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10.06.2010: Fußball Rheinlandliga-Relegation: FSV gewinnt erstes Spiel gegen Metternich nach leidenschaftlichem Kampf mit 3:2!!!
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| Meister 2008 /2009 "Nur der FSV" |
Doch mit unglaublichem Teamgeist und unbändiger Leidenschaft wurden die Koblenzer Vorstädter letztlich verdient niedergerungen!
Der normale Ligaalltag sieht es eigentlich nicht vor, dass sich in Wittlich-Lüxem der FSV Tarforst und der FC Germania Metternich miteinander messen. Der Fußballverband Rheinland macht es möglich. Zu einer Zeit, in der sonst höchstens Nationalspieler kicken, finden sich mittwochs um 20 Uhr in Wittlich zwei Bezirksligisten ein, um eine wahrscheinlich bedeutungslose Relegation auszuspielen.
Die Vorbereitungen der Teams dürften entsprechend gewesen sein. Während die Tarforster sich in der Türkei damit fit hielten, menschliche Pyramiden zu bauen, wechselte Metternich den grünen Rasen durch einen grünen Tisch ein. Für dieses Spiel war das Wetter daher geradezu sinnbildlich. Donnergrummeln und Dauerregen. Dass die etwas mehr als 100 zahlenden Gäste dennoch einen netten Abend erleben sollten, dafür sorgten die Gastgeber vom SV Lüxem, deren ausgesprochen schöner Sportplatz nicht nur ausreichend Bäume bot, um die Partie dennoch trocken genießen zu können, sondern auch kulinarisch zu überzeugen wussten.
So sahen die Fans die in gewohnt rot-blauem Trikot antretenden Tarforster gegen in Weiß-Schwarz spielende Metternicher - vom Papier her klarer Favorit der Partie. 71 Punkte, 86 zu 29 Tore. Ihr Toptorschütze Zoran Juranovic stellt gar den Fließbandschützen von Taforst, Patrik Kasel, in den Schatten, traf in der laufenden Saison satte 28 Mal. Mit entsprechend großer Brust traten die Germanen in diese Partie.
In den ersten 20 Minuten war von dieser zu erwartenden Dominanz jedoch nichts, wirklich gar nichts zu sehen. Der FSV rannte um jeden Meter Ball, Metternich gewann fast keinen Zweikampf, es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor mit guten Chancen für Simon Krugmann und Kasel. Erst eine Großchance die Koblenzer mitten rein ins Spiel: Ein Schuss aus dem Nichts verlangt Schwinds beste Reflexe ab, nach seiner Weltklasseparade stehen zwei Metternicher frei vor dem Tor, können jedoch geblockt werden. Das war knapp.
In der nächsten Vierteltunde entwickelt sich eine offene Partie, in der Tarforst nur langsam die Feldvorteile zurück gewinnen kann. Dafür aber um so effektiver. Nach einem Eckball scheitert Krugmann noch aus spitzem Winkel, die anschließende Ecke zirkelt David Rinneburger auf den zweiten Pfosten, wo Bernhard Heitkötter sich in die Lüfte erhebt und einköpft. Das 1:0 für Tarforst in der 34. Minute. Und nur eine Minute später der nächste Paukenschlag. Ein Pass von Tobias Spruck verwandelt Stefan Costello in eine Steilvorlage für Kasel. Dieser ist von keinem Abwehrspieler mehr zu halten und lupft den Ball über den herausstürmenden Hille. 2:0 für den FSV!
Doch bevor der verzückte Fußballfan das Wort "Doppelschlag" auch nur aussprechen konnte, fand sich der Ball schon wieder im Tarforster Strafraum. Johannes Ridder zog in den Strafraum und konnte von Krugmann nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Elfmeter. Natürlich eine Sache für Juranovic, der Schwind nicht den Hauch einer Chance ließ. 2:1 in der 37. Minute.
Dass der Torreigen nicht fortgesetzt wurde, lag ab da nicht an fehlendem Offensivvermögen, sondern eher am Unvermögen des Schiedsrichterteams um Hermann Condné aus Gillenfeld. Ein langer Ball findet Krugmann, dieser hat schon freie Bahn, da vergisst der Linienrichter die Existenz der passiven Abseitsregel. Bei einem weiteren langen Ball in die Spitze ist die komplette Offensive der Tarforster in der Rückwärtsbewegung, während Tobias Spruck sicher noch fünf Meter von seinem Verteidiger entfernt in die Spitze stürmte. Dass sich erneut die Fahne des Linienrichters hob, konnte man nun fast als Absicht werten. Halbzeit.
Metternichs Trainer Brendgen muss seinen Mannen in der Halbzeit kräftig den Kopf gewaschen haben. Sie begannen nun einen Sturmlauf, der die Fengler-Truppe doch arg in Bedrängnis bringen sollte. Wirkliche Chancen resultierten daraus allerdings nicht, ein ganz anderes Ereignis sollte dem Spiel eine Wendung geben. Castello kommt bei einem Tackling zu spät und rasselt in Fabian Göres rein. Dieser muss vom Platz getragen werden, auch Castello bleibt lange am Boden liegen. Condné zeigt nicht mal Gelb. Die Partie wird auf einmal so giftig wie Fenglers Kommentare zum Fußballverband Rheinland vor Anpfiff. Ein jeder beleidigt den nächsten, Metternichs Trainerteam verzweifelt am Verstand von Condné, während der Gillenfelder nach einer Schwalbe Juranovics und anschließendem überharten Einsatz lautstark sein Verständnis von Körperkontakt darlegt.
Fabian Göres quält sich nach langer Behandlung noch mal zurück auf den Platz, nur um auf Höhe des Mittelkreises zusammenzubrechen. Nichts geht mehr. Yousuf Sooud kam für ihn ins Spiel. Zudem ist auch für Metternichs Lauterbach die Partie beendet, Brendgen bringt mit Richard Fast eine weitere Offensivkraft. Auch für Costello geht es nicht mehr weiter, Nils Spruck übernimmt für ihn.
Das Spiel bleibt weiter im Zeichen von Streit und Hektik sowie sehr vielen Fouls. Condné verliert gänzlich die Kontrolle über das Spiel, darin gipfelnd, dass er einen Fair-Play-Einwurf zum Gegner als falschen Einwurf abpfeift. Der vierte abgepfiffene Einwurf im Spiel - gelbe Karten gab es bis dato jedoch noch keine. Die hätte es spätestens geben müssen, als Hille einen Schuss nach vorne abprallen lässt und der nachsetzende Tobias Sruck in den Schlussmann grätscht.
Fußball gespielt wurde auch noch. Der starke Yousuf profitiert von einem Wadenkrampf Christian Dahms, sein Heber streicht knapp über die Latte. Die FSV-Kräfte lassen nach, doch weiter wird um jeden Ball gefightet. Die FSVler können aber nicht verhindern, dass Tobias Schaffranek in der 73. Minute sein Können aufblitzen lässt. Gut gedeckt und mit dem Rücken zum Tor überrascht er den Tarforster Abwehrverband mit einem Schuss aus der Drehung, der unhaltbar links ins Gehäuse einschlägt. 2:2 - der Ausgleich!
Erik Heizmann kommt noch für Christian Oellinger in die Offensive, und Metternich macht weiter Druck. Fast überlupft fast Schwind, dieser rettet zur Ecke. Mitten in diese Angriffsbemühungen geht’s dann doch noch einmal in Richtung FC-Tor. Kasel spielt nach rechts auf Krugmann, dieser schießt vorbei - an Markus Hille, doch nicht am Tor. Tobias Spruck drückt den Ball freistehend über die Linie. 3:2 in der 77. Minute!
Metternich kämpft dennoch weiter, während Fengler den Torschützen auswechselt und dafür Neuzugang Ramon Jahn seine ersten Einsatzminuten in dieser Saison gönnt. Auch für den weiterhin krampfgeplagten Christian Dahm ist das Spiel gelaufen, Fengler schenkt Tobias Merfeld das Vertrauen.
Turbulent wurde noch einmal die Nachspielzeit. Erst läuft Kasel frei auf das Metternicher Tor zu und schießt genau auf Hille. Dann vergessen Rinnenburger und Jahn das Zeitspiel, als sie einen Freistoß in der 93. Minute in Eckballnähe nicht etwa zur Eckfahne dribbeln, sondern hoch in die Mitte passen. Während Markus Schwind von diesem Moment wohl noch lange schlecht träumen wird, sieht er den Ball schon auf sich zukommen, den satten Schuss von Juranovic kann er jedoch irgendwie über die Latte lenken. Die anschließende Ecke landet auf dem Fuß von Richard Fast, der aus sieben Metern den Ball an die Unterkante der Latte und von da aus in Schwinds Arme schießt! Tarforst unter Schock, und nur der anschließende Abpfiff des Schiedsrichters macht ihnen klar: Sie haben soeben das erste Relegationsspiel gewonnen.
Durch eine sensationelle Leistung, wie Coach Fengler nach dem Spiel bescheinigte. Vor allem die Mannschaftsleistung ließ Fengler frohlocken. "Da kommen die nach drei Wochen Urlaub und laufen 90 Minuten volle Pulle", erklärte er stolz, dass sein Team diese Relegation durchaus ernst nehmen würde. "Wir gehen fest davon aus, dass der Sieger dieser Relegation aufsteigen wird." Fenglers Meinung nach wäre das wahrscheinlichste Szenario ein Aufsteigen Bad Breisigs neben Eintracht Trier II in die Oberliga. Ihm sei aber auch zu Ohren gekommen, dass ein eventuelles 0:0 der Mexikaner im Eröffnungsspiel der WM gegen Südafrika Einfluss auf die Relegation haben könnte. Wirklich ernsthaft wollte er sich aber über die "Farce, oder die Farce über die Farce" nicht mehr äußern. Wozu auch. Denn wieder einmal gab es wegen der geschlossenen Mannschaftsleistung seiner Truppe einen Grund zum Feiern, während Germania Metternich sich diesen Abend anders vorgestellt haben wird.
Am Sonntag gastiert unsere Mannschaft nun beim Viertletzten der Verbandsliga, der SG Udler. Anstoß ist um 14:30 Uhr auf dem Kunstrasen in Strohn.
FSV Tarforst - FC Germania Metternich
Endstand: 3:2
Spielort: Wittlich-Lüxem
Aufstellung FSV Tarforst: Schwind, Wick, Dahm (Merfeld),Rinnenburger, Gorges, Castello (N. Spruck), Lay,
Heitkötter, T. Spruck (Ra. Jahn), Krugmann, Kasel
Aufstellung FC Germania Metternich: Hille, Göres (Yousuf), Ridder, Zorlu, Lauterbach (Fast), Schnatz, Juranovic, Oellinger (Heizmann), Braun, T. Schaffranek, Acar
Tore:
1:0 Heitkötter (34.), 2:0 Kasel (35.), 2:1 Juranovic (37.), 2:2 T. Schaffranek (73.), 3:2 T. Spruck (77.)
Quelle: www.moselkicker.de , Daniel Maximini
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